Geht es bald wieder los?

Lea und ich sind die letzten Monate sehr sesshaft gewesen, und sind hier in Deutschland einer geregelten Arbeit nachgegangen. Nach all den Reisen der letzten Jahre musste das eben auch mal sein. Jetzt im Sommer planen wir aber den nächsten Urlaub. Es soll nach Kanada gehen. Eigentlich hatten wir eine Fahrradtour durchs ganze Land geplant, haben uns nun aber dagegen entschieden. Wir werden jetzt mit dem Flugzeug nach Vancouver fliegen, und von dort aus mit dem Auto durchs Land reisen. Insgesamt haben wir ein Jahr geplant. Das Visum ist bereits beantragt, und die üblichen Reisevorbereitungen sind auch schon durch.

Wir sind so lange schon nicht mehr gereist, dass unsere Reisepässe auch bereits abgelaufen waren, aber auch hier haben wir bereits neue Pässe beantragt. Außerdem haben wir neue Koffer gekauft. Kleiner Tipp am Rande: Wer in die USA oder nach Kanada fliegen will, sollte unbedingt Koffer mit TSA-Schlössern kaufen. Solche Schlösser können die Sicherheitsbehörden mit einem Generalschlüssel öffnen und bei Verdacht prüfen. Ansonsten würden sie nämlich den Koffer einfach aufbrechen und unter Umständen beschädigen. Koffer mit TSA-Schlössern finde ihr bspw. hier. Einfach links im Filter unter „Kofferschloss“-> „TSA-Schloss“ anklicken. Auf der Seite findet ihr auch noch einen Koffer Test, sodass ihr euch für das beste Modell entscheiden könnt.

Unsere Reisevorbereitungen gehen jetzt erst einmal weiter. Und Ende August geht es dann auch los. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Bis bald
Finn

Das Leben kann so schön sein!

Vor gut einer Stunde sind wir mit Dannys Flugzeug wieder in Richtung Europa aufgebrochen. Nun sitze ich hier, etwas wehmütig und lass noch einmal die letzten Tage Revue passieren. Unvergesslich wird das Geschehenen sein – auf was für ein Abenteuer hatten wir uns da bloß eingelassen? Aber wir bereuen nichts! Unsere erotische Nacht mit Danny und  Blanche waren wirklich ein außergewöhnlicher Höhepunkt, der eine Bereicherung für unser Leben und für unsere Liebe war, und uns ist klar, dass dies nur aufgrund des tiefen Vertrauens zwischen Finn und mir möglich war. Doch diese Nacht war ja nur ein Höhepunkt von vielen, die uns in den letzten Wochen widerfahren sind. Ich nehme an, dass die grandiosen Erlebnisse noch lange positiv in unseren nun bald wieder beginnenden Alltag nachwirken werden. Die Freundschaft zu Danny und Blanche wird sicherlich bestand haben, denn unser Gönner hat schon angekündigt, uns zu einem neuen Trip mitnehmen zu wollen. Das Leben kann so schön sein!

Dies ist nun vorerst mein letzter Reisebericht.

Ein äußerst lustvolles Abenteuer zu viert

Die beiden letzten Tage waren aufregend und abenteuerlich. Auch gestern hat Lea immer wieder von Dannys entschlossenes  Handeln geschwärmt. Es war ja auch zu schön mit anzusehen, wie er den Idioten auf die Matte gelegt hatte. Als ich gestern auch mit Blanche darüber sprach, meinte sie, dass ihr Freund schon seit seiner Jugend den Kampfsport Wing-Tsung mache. Auch sie selbst sei schon seit einigen Jahren dabei, diese Art der Selbstverteidigung zu trainieren.  Der Legende nach, soll WT der Name einer von zwei Frauen sein, die dieses Kampf- und Selbstverteidigungssystem aus ihren Erfahrungen im Training mit Mönchen des Shaolin-Klosters entwickelt haben. Auf jeden Fall scheint es sehr effektiv zu sein!

Tagsüber wurden die letzten Tauchgänge und Unterwasseraufnahmen gemacht. Auch wir durften wieder dabei sein und konnten einen bestimmt 10 Meter großen bläulichen Walhai mit riesigem breiten Maul, hellem Bauch und gefleckten Rücken bewundern. Angst braucht man vor ihnen nicht zu haben, da sie sich  hauptsächlich von Plankton und kleinen Fischen ernähren. Beim Abendessen erzählte man uns, dass dieser Fisch, der im übrigen der größte überhaupt ist, bis zu 100 Jahre alt werden kann.

Der Abend verlief gestern ganz friedlich, die dumme Clique war zum Glück  am Morgen wieder abgereist. Nach dem Essen hatten uns Blanche und Danny in eine Bar im Nachbarort eingeladen, deren Besitzerin Melinda eine Freundin von den beiden war. Wir hatten uns in der dortigen beschwingten Atmosphäre prächtig miteinander unterhalten. Die Stunden vergingen wie im Fluge, und zur vorgerückten Stunde, gegen ein Uhr Nachts, wurde die Musik ordentlich aufgedreht, so dass wir alle nach fetziger Cumbia Musik die kleine Tanzfläche stürmten und ausgelassen rumzappelten. Nach dem wir uns ordentlich ausgetobt hatten, legte Melinda langsame Engtanz –Songs auf. Und während ich es genoss die schöne Blanche dabei in meinen Armen zu halten, sah ich beim Spicken über ihre Schulter, dass sich auch Lea beim Anschmiegen an Danny sehr wohlfühlte. Meine Liebste und ich blinzelten uns kurz zu, und so wussten wir beide, dass alles in bester Ordnung war. Wir genossen diese außergewöhnlich knisternde Atmosphäre sehr.

Als wir angeheitert und wohlbeschwingt wieder im Hotel ankamen, fragte uns Blanche, ob wir noch Lust hätten mit ihnen aufs Zimmer zu kommen. Lea und ich nickten uns im Wissen was nun kommen könnte ermutigend zu. Wir wollten beide dieses Abenteuer und landeten schon ziemlich bald, nachdem wir alle noch etwas nach gemächlicher Musik getanzt hatten, im großen Bett unserer Gastgeber.

Unsere Begegnung mit den beiden fühlte sich total stimmig, erregend und extrem brizzelig an. Es war äußerst lustvoll, sich der schönen Blanche hinzugeben und dabei mitzubekommen wie meine Liebste Lea sich in ekstatischen Höhepunkten verlor. Was für eine Nacht!

Auch am Morgen danach, an dem es eigentlich schon Mittag war, war nichts komisch gewesen zwischen uns Vieren. Ganz im Gegenteil, bei unserem  gemeinsamen Frühstück haben wir herzhaft miteinander gescherzt und gelacht.

Aufstehen gegen Rassisten

Den Sonnabend verbrachte ich mit Finn an einem der wenigen schönen Badestrände von Saaba; diese Insel ist eben eher etwas für Menschen die den Tauchsport lieben. Einige Stunden waren wir hier allein und genossen es, uns hüllenlos den sehr warmen Sonnenstrahlen hinzugeben. Immer wieder erstaunte uns, mit was für einer unbändigen Wucht mächtige Wellen an das Ufer heranrollten. Finn meinte, dass das an einem Sturm liegen könnte, der draußen auf dem Meer wütete.

Ein Sturm ereignete sich auch am Abend, als wir wieder zurück waren und uns zusammen mit Dannys und seiner Crew zum Dinner einfanden. In dem Restaurant wo wir unsere Mahlzeiten einnahmen, gibt es einen jungen, sehr dunkelhäutigen Kellner namens Mbotto, der oft mit etwas stoischen Gesichtsausdruck unser Essen servierte. An diesem Abend bediente er am Nebentisch gerade eine Gruppe US-Amerikaner, die uns schon vorher unangenehm durch ihr lautstarkes Verhalten auffiel. Als Mbotto dabei war ihnen die Suppe zu servieren, hörten wir von einem aus der besagten Gruppe, einem breitschultrigen, rotgesichtigen  Stiernackentypen, die unverschämte Aufforderung: „Hey Blacky, lach doch mal, hier ist es doch bestimmt lustiger als im Urwald, aus dem du kommst“. Grölendes Gelächter am Nebentisch, Totenstille an unserem. Nach ein paar Schrecksekunden, zischte ich  ein empörtes und lautes „Asshole“ in Richtung des Rednecks. Für kurze Zeit war es nun auch am Nebentisch mucksmäuschenstill. Dann erhob sich das “Asshole“ von seinem Platz und baute sich mit der Frage, ob ich das was ich gesagt habe noch einmal wiederholen könne, drohend vor mir auf! Er hatte das letzte Wort noch nicht ganz ausgesprochen, da schnellten gleichzeitig Finn und Danny von ihren Plätzen, um ihm deutlich zu machen das es jetzt genug sei. Nun standen auch ein paar Typen vom Nebentisch mit auf. Und bald darauf standen wir alle, Finn, ich und sechs Leute von Dannys Crew, sowie der Stiernacken und seine drei Kumpels. Nur Blanche war an diesem Abend, weil es ihr nicht so gut ging, auf ihrem Zimmer geblieben. Zahlenmäßig waren wir also in der Überzahl, aber der Redneck sah aus wie ein Rambo. Was Danny nicht abhielt, ihm mitzuteilen, dass er ein „ugly Racist“ sei. Oweia, ich sah eine mächtige Keilerei auf uns zukommen! Und richtig, der Typ holte nun mit seiner stark behaarten Pranke zu einem Schwinger in Richtung unseres Gönners aus. Ich wollte schon weggucken, als ich mitbekam, dass Danny sehr elegant den ankommenden Schlag blockte und den Arm seines Kontrahenten, mittels eines Hebels, dazu verwendete ihn auf den Boden zu zwingen. Das ganze sah unglaublich geschickt, flink und gekonnt aus, dass allen bewusst wurde, hier ist jemand mit dem man sich besser nicht anlegen sollte.

Nachdem der blöde Typ, seinen verletzten Arm haltend und wild fluchend, von seinem Kumpels raus gebracht wurde, setzten wir uns alle wieder hin. An ein entspanntes Abendessen war nun nicht mehr zu denken. Unsere Runde vermied es noch groß über den Vorfall zu reden, stattdessen versuchten sich Dannys Leute über den am nächsten Tag stattfindenden Tauchgang abzustimmen.

Ich muss schon sagen, dass ich von Dannys Auftritt schwer angetan war, aber auch dass Finn mir umgehend zur Seite stand, fand ich süß. Als ich mit ihm wieder allein war, schwärmte ich etwas von unserem Gastgeber, aber nicht zu viel, sonst wäre mir mein Liebster noch eifersüchtig geworden.

Dannys reizvoller Vorschlag

Heute erkundeten Lea und ich, zusammen mit Blanche und Danny, das Gebiet um den „höchsten Berg Hollands“. Der Mount Scenery, auf diesem zu den Niederländischen Antillen zählenden Eiland, ist ca. 88o Meter hoch und von einem fast unberührten Regenwald umgeben. Wir bestaunten  Baumfarne, Bananenbäume , riesige „Elefantenohren“ und die Blütenpracht von Hibiskus, Oleander und Orchideen. Erstaunlicher Weise sind die Wege, die durch diese berauschende Fülle führen, so gut begehbar dass Danny seine Machete im Hotel lassen konnte. Blanche wies uns auf einige bunte Vögel hin, die in diesem grünem Gewirr leben. Auch meinte sie, dass es hier auf Saba keinerlei gefährliche Tiere geben würden. Einzigartig fand ich, der noch nie vorher in einem Urwald gewesen war, die vielen verschiedenen Vogelgeräusche, die von allen Seiten zu kommen schienen. Unser Weg führte uns immer höher und hin wieder konnten wir zwischen dem Dickicht einen Blick auf die gar nicht so weit entfernte Küste erheischen.

Auf unserem Rückweg kamen wir an einer alten Schwefelmine vorbei. Danny erzählte, dass sich hier, obwohl es verboten ist in die Mine zu gehen, Touristen trotzdem hineingewagt hätten und sich in dem weitläufigen Stollen so verirrten, dass man sie erst Monate später wieder fand! Man mag sich nicht vorstellen, wie es ihnen in den letzten Stunden ihres Leben ergangen sein muss.

Zum Abschluss unserer Tour hielten wir uns noch im ca. 500 Einwohnern zählenden Hauptort von Saba auf, in „The Bottom“. Erstaunlicher Weise gibt es in diesem kleinen Kaff, das mitten in einem ehemaligen Vulkankegel liegt, sogar eine Medizinische Universität, mit Studenten, vor allem aus Nord- und Südamerika, die hier Viren und Bakterien erforschen. Da kann man nur hoffen, dass hier nicht für die bakterielle Kriegsführung geforscht wird! In einer Bar, von der wir einen Blick auf das Meer hatten, genossen wir das einheimische, wirklich gut schmeckende Bier. Während wir so da saßen und plauderten, fiel mir auf, dass die Beziehung zwischen Blanche und Danny intimer ist als ich bisher gedacht hatte, denn hin und wieder tauschten sie kleine Zärtlichkeiten aus. Komisch, dass mir das vorher nicht aufgefallen war. Lea schien sich auch gewundert zu haben und fragte die beiden ganz ungeniert ob sie eine Liebesbeziehung miteinander hätten? Woraufhin Blanche nebulös mit „manchmal“ antwortete. Wir wollten auf das Thema eigentlich gar nicht weiter eingehen, doch dann fing auf einmal Danny an zu fragen, wie es denn um unsere Beziehung stehen würde? Nachdem wir ein bisschen erzählten, ließ er die Katze aus dem Sack und fragte uns mit einem neckischen Grinsen, ob wir nicht mal etwas Abwechslung in unser Liebesleben bringen möchten. Als Lea nachhakte, schlug er vor, dass wir vier uns doch mal zusammen amüsieren könnten. Lea hat sich fast an ihrem Getränk verschluckt, dass Danny so total überraschend und unverblümt einen Partnertausch vorschlug. Ich hingegen war gefasster, vielleicht weil mir als Mann solche Phantasien eher in den Kopf kommen können? Und als ich dann noch sah, dass Blanche mich bei Dannys Vorschlag aufmunternd anlächelte, wurden meine Vorstellungen dazu schnell konkreter. Wir sagten den beiden jedoch, dass wir bislang noch nie Gedanken in diese Richtung gehabt hätten.. Danny merkte, dass Lea und ich Schwierigkeiten mit dem Thema hatten und vertiefte seinen Vorschlag nicht näher, stattdessen sprach er von seinen morgen geplanten Tauchgang zu einem Unterwasseratoll, in dem es noch viele unbekannte Fisch- und Pflanzenarten geben soll.

Den Abend verbrachten Lea und ich allein, weil Danny und seine Crew noch die Filmaufnahmen des morgigen Tages besprechen wollten. Selbstverständlich war unser Hauptgesprächsthema an diesem Abend Dannys Vorschlag. Obwohl wir so eine Frage absolut nicht von ihm erwartet hatten, waren wir nicht empört darüber, sondern fanden sie im Gegenteil sogar ziemlich mutig. Er ist eben ein Mensch der sehr Geradeaus ist. Als ich dann Lea gestand, dass mir selber so etwas auch schon mal in den Sinn gekommen ist, lachte sie nur und meinte „na, da haben wir jetzt noch was gemeinsam“. Woraufhin mir nur ein staunendes „Aha“ über die Lippen gekommen ist. Sie äußerte, dass, wenn eine Beziehung wie die unserige auf so festen Boden steht, dann könnte so ein erotisches Abenteuer durchaus eine Bereicherung sein, zumal Danny und Blanche nicht nur auffallend attraktiv sind, sondern auch sehr korrekt wirken. Theoretisch, so stellte wir fest, könnten wir uns also darauf einlassen, nur wie das dann in der Praxis wäre, verunsicherte uns. Dazu haben wir einfach keine Erfahrung. Aber wer weiß, vielleicht wird sich das hier auf Saba noch ändern.

Gefahr in faszinierender Tiefe

Heute haben wir endlich unseren ersten Tauchgang genießen können. Nach einer erholsamem Nacht, sind wir mit Danny und Blanche, die für uns einen alten Rover aufgetrieben hatte, nach Fort Bay, dem einzigen Hafen von Saba gefahren. Irgendwie wurde ich mit Blanche nicht richtig warm. Schon im Fugzeug haben wir kaum miteinander gesprochen, dafür scheint sich Finn prächtig mit ihr zu verstehen. Sie hat schon eine besondere Ausstrahlung. Das muss man ihr lassen. Trotzdem wirkt sie auf mich auch immer etwas arrogant. Aber ich habe mir nichts anmerken lassen. Als wir im Tauchboot von Sea Saba saßen, war sie auch gar nicht mehr wichtig. Meine Vorfreude auf das Tauchen ließ keine negativen Gedanken mehr zu. Außerdem hatte ich durch die vertrauenerweckende  Ausrüstung und die kompetente Einweisung, die wir vorher von unseren Tauchguide bekommen hatten, das Gefühl dass wir uns hier in guten Händen befanden. Mit der 14m Jacht „Giant Stride“ fuhren wir zu unserem ersten Tauchort, der nicht weit von der Küste entfernt war. Beim Diamond Rock ging es in die Tiefe. Unser aus Italien stammender Guide, mit dem Namen Luigi, schwamm voran und zeigte uns die schier umwerfende Pracht der hiesigen Unterwasserwelt, die in keiner Weise mit der Griechenlands zu vergleichen war. Nach wenigen Minuten schon, gleiteten wir an einem großen Schwarm orange schimmernder Fische vorbei. Weiter ging es über sagenhaft schöne Korallen und Schwämme. Dann macht mich Danny auf einen rötlich glänzenden Fisch aufmerksam, der, als er näher kam, ein Geräusch machte, dass sich anhörte wie Grunzen! Später erklärte er mir, dass es sich um einen Schweinsfisch gehandelt hatte, der seinem Namen alle Ehre machte.  Beeindruckend war auch die Begegnung mit den vielen schwarz-rot gestreiften Torpedofischen und einem Schwarm Barrakudas, die viel weniger gefährlich sind als viele denken. Es war einfach umwerfend, was für eine fantastische Dimension von vielfältigen bunten Leben sich uns dort unten eröffnete.

Ich war so begeistert von dem Geschehen, dass ich gar nicht merkte, wie weit ich mich von den anderen schon entfernt hatte. Weit und breit war nichts von ihnen zu sehen! Auch hatte ich jegliches Zeitgefühl verloren und war in eine Tiefe vorgedrungen, in der ich vorher noch nie gewesen bin. Mein Finimeter zeigte an, dass mir nur noch wenig Luft zum Auftauchen bleiben würde. Es war mir bewusst, dass ich mir schon etwas Zeit nehmen müsste, um heil wieder an die Oberfläche zu gelangen. Allerdings war mir nicht klar, ob ich es wirklich schaffen würde. Schon einigermaßen bänglich schaute ich nach oben. Würde ich das noch schaffen? Auf einmal sah ich die Silhouette einer schwarzen Gestalt auf mich zukommen. Es war Blanche, die mich hier unten gefunden hatte. Sie hatte eine Ersatz-Sauerstoffflasche für mich dabei, die ich glücklich in Empfang nahm. Die anderen waren derweil schon längst aufgetaucht und hatten sich natürlich besorgt darüber gewundert wo ich abgeblieben bin. Deshalb machten sich der Guide und die sehr taucherfahrene Blanche an verschiedenen Stellen auf die Suche nach mir.

Kaum war ich wieder an Bord unserer Yacht, wurde mir gehörig und verständlicher Weise von Luigi der Kopf gewaschen, obwohl, wie ich fand, auch er etwas auf mich besser hätte aufpassen können. Aber schließlich bin ich selbst in erster Linie verantwortlich für mein Tun. Als ich anfing ein paar Tränen zu vergießen, war ich froh, dass Finn mich tröstend in seine Arme nahm. Alle hatten sich Sorgen um mich gemacht, das war ein sehr ambivalentes Gefühl für mich.

Blanche hatte ab jetzt bei mir selbstverständlich einen Stein im Brett. Nachdem Finn und ich den Nachmittag faulenzend am Strand verbrachten, lud ich Blanche am Abend zu einem Cocktail an der Hotelbar ein. Wir verstanden uns prima, und erzählten uns gegenseitig ein paar Geschichten aus unseren Leben. Sie ist in Boston aufgewachsen und hat eine herbe Kindheit hinter sich. Ihr Vater, den sie sehr geliebt hatte, war ein Gangsterboss gewesen, und kam bei einem Schusswechsel mit einem FPI-Beamten ums Leben, als sie zwölf war. Sie meint bis heute, dass ihm eine Falle gestellt wurde und man ihn regelrecht hingerichtet hätte. Weil ihre Mutter Alkoholikerin war, wurde sie in ein Heim gebracht. Trotzdem begann sie später ein Jura Studium, dass sie allerdings wegen der vielen sich elitär gebährenden Mitkommilitonen vorzeitig abbrach. Mit ausschlaggebend war dabei auch Danny, den sie während eines Vortrags an der Uni kennenlernte. So wie sie von ihm erzählte habe ich den Eindruck, dass sie in ihm, in den vier Jahren in denen sie jetzt zusammenarbeiten, eine Art Vaterersatz gefunden hat. Während ich mich mit Blanche den Abend über angeregt unterhalten habe, hat sich Finn frühzeitig ins Bett verkrümelt. Als ich in unser Hotelzimmer zurück kam, war er schon am Schlafen. Schade.

Landung und Liebe auf Saba

So luxuriös sind wir noch nie geflogen. Der Flug in Dannys Kleinjet, einer Falcon 2000DX war sehr entspannt. Auf dem ca. 5000 Kilometer langen Flug nach haben wir uns, wenn wir nicht gerade geschlafen haben, prima unterhalten oder gespielt (ich habe Danny Skat beigebracht, das kannte er noch nicht). Das monotone Brummen der Motoren kann sehr einschlaffördernd sein, v. a. wenn die Möglichkeit besteht aus einem Sitz eine geräumige Liege zu machen. An Bord befanden sich auch drei Mitglieder seiner Filmcrew, darunter die schöne Blanche, als Mädchen für alles. Wenn ich nicht mit Lea zusammen wäre, könnte ich bei diesem jungen, hübschen, langbeinigen und  blondmähnigen Girl schon schwach werden. So aber blieb es bei guten Unterhaltungen, bei denen sie mir von ihren Filmexpeditionen mit Danny erzählte, und ich über meine, in Vergleich zu den beiden, bescheidenen Reisen mit Lea berichtete.

Hellwach waren wir, als der kleine Luxusflieger, bei tiefblauen Himmel, in den Landeanflug überging, um auf der kleinen, recht hügeligen und sehr grünen Karibikinsel Saint Maarten, die zu den Niederländischen Antillen gehört, zu landen.

Alles war perfekt organisiert. Denn auf dem Flugfeld stand schon ein kleineres Flugzeug bereit, um uns umgehend in einem ca. 15-minütigen Flug auf die kleine Insel Saba, die einen Durchmesser von höchstens 7 Kilometer hat, zu bringen. Die dortige Landepiste wäre für unsere Falcon nicht lang genug gewesen.

Endlich angekommen, ging es bei angenehmen 30 Grad von der Flugpiste, in vielen Serpentinen, ins „Queens Garden Ressort“. Lea und ich sahen gleich, für einen Aufenthalt in diesem luxuriösen Hotel hätten wir lange sparen müssen. Aber da Danny an uns wohl einen Narren gefressen hatte, ist unser Besuch in diesem Luxushotel für uns kostenlos.

Es war einfach traumhaft, wir haben ein Bad genommen und konnten von der Wanne aus direkt auf das türkisfarbene Meer schauen, ohne dass eine Scheibe uns den atemberaubenden Blick beeinträchtigte. Wo gibt’s denn so was!? Lea und ich fanden die ganze Atmosphäre dermaßen aphrodisierend, dass wir nach dem Bad übereinander herfielen, um uns auf einem breiten, mit einem schneeweißen Laken bedeckten Bett, hingebungsvoll zu lieben. Ich glaube, es gibt nur wenige Augenblicke im Leben eines Menschen, die so intensiv seien können wie dieser.  Ich jedenfalls, spürte mit jeder Faser meines Körpers eine umfassend Befriedigung meiner Sinne und eine tiefe Erfüllung meines Herzens. Klar, dass nach so einem Erlebnis das, im Vergleich zu dem eben Erlebten, profane, aber überaus leckere Abendessen besonders gut schmeckte. Vor allem das Mangodessert hatte es uns angetan, wir müssen uns unbedingt noch das Rezept dafür geben lassen.

Auf der Fährte der Königskobra

Nie hätte ich gedacht, dass wir morgen schon wieder Zakynthos verlassen werden, aber dieses Angebot von unserem neuen Gönner Danny konnten wir einfach nicht ausschlagen. Der Abschied von hier fällt uns auch deshalb nicht schwer, weil die von der Reiseleitung geplanten Ausflüge, so wie es aussieht, die nächsten Tage wegen Benzinmangel ins Wasser fallen werden. In ganz Griechenland sind nämlich die Tanklasterfahrer in Streik getreten, was zur Folge hat, dass es an den Tankstellen kein Benzin mehr zu kaufen gibt. So wie es heißt, ist auch kein Ende abzusehen.

Um uns trotzdem einen schönen Tag zu bescheren, haben wir auch hier wieder einmal Fahrräder geliehen und uns auf den Weg in den Hauptort von Zakynthos gemacht. „Zakynthos Stadt“ liegt an einem Hügel und ist von der Form her angelegt wie ein antikes Theater. Kaum hatte Finn die alte Zitadelle auf dem Hügel entdeckt, wollte er auch gleich hinauf. Ich verstehe ja seine Begeisterung für schöne Blicke, aber noch hatte ich keine Lust dazu. Also haben wir uns erst einmal einen Bummel durch die engen Gassen der Stadt gemacht. Dabei fiel mir eine Boutique auf, die in ihrem Fenster einige wirklich schicke Klamotten  anbot. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen! Finn musste mich aber gleich damit aufziehen, dass ich mich wohl für Danny aufbrezeln will. Bestimmt ist er immer noch wegen gestern etwas verstimmt, als ich mit unserer neuen Bekanntschaft im Wasser verschwunden bin. Aber er soll sich mal nicht so haben, schließlich hat er meinem Wettschwimmen eine Reise nach Saba zu verdanken.

Ich habe mir dann ein wunderbar leichtes und  toll geschnittenes, ärmelloses gelbes Sommerkleid zugelegt, dass auch Finns außerordentliche Zustimmung fand.

Nach einem kleinen Imbiss, erstiegen wir auf engen Wegen, von denen man einen herrlichen Panoramablick auf die Stadt, den Hafen und das Wasser hatte, die Anhöhe die hinter der Stadt liegt und schauten uns die Ruinen des venezianischen Schlosses an. Ich nehme mal an, dass dieses  alte Gemäuer schon viel früher und nicht erst vom Erdbeben zerstört wurde, das 1953 fast die ganze Stadt vernichtet hat.

Beim Abstieg habe ich mir dummer Weise meinen Fuß verstaucht, sodass ich bis zu unseren unten abgestellten Fahrrädern humpeln musste. Eigentlich wollten wir uns jauch noch den Hafen angucken, aber daran war nun nicht mehr zu denken. Stattdessen machten wir uns auf den Heimweg, zu unserem 7 Kilometer entfernten Hotel. Da dort gerade jemand von der Reiseleitung zu sehen war, versuchte Finn ihr klarzumachen, dass wir wegen nicht erbrachter Leistungen, durch den weiterhin angekündigten Tankwagenfahrerstreik, von der Reise zurücktreten wollen. Man erzählte ihm dann irgendwas von „höherer Gewalt“ und so. Wie es aussieht wird es auf einen Rechtstreit hinauslaufen. Aber das schreckt uns nicht, wir haben einen verdammt guten Rechtsanwalt!

Während Finn noch seine E-Mails schecken wollte, traf ich Danny auf dem Hotelflur. Als er sah, dass ich humpelte, ist er gleich in sein Zimmer gestürzt und hat ein kühlendes Gel für die Schwellung besorgt. Das Zeug, das er aus Australien mitgebracht hatte, hat wahre Wunder bewirkt.

Jetzt ist es fast Mitternacht und ich spüre kaum noch Schmerzen in meinem Fuß. Beim Abendessen saß  Danny an unserem Tisch und unterhielt uns mit einer Geschichte die er im Thailändischen Dschungel erlebte. Er hatte den Auftrag bekommen, die längste Giftschlange der Welt zu filmen, die beeindruckende Königskobra. Mit einheimischen Führern machte er sich auf den Weg in die Tiefen des Urwalds. Nachdem sie Stunden unterwegs waren, fand Danny eine größere Schlangenhaut, die er aber nicht genauer identifizieren konnte. Einer seiner Scouts meinte, da sie jetzt im Gebiet der Königskobras wären, sollten alle ausschwärmen und sich auf die Suche begeben. Es wurde abgemacht, dass, wer eine entsprechende Spur findet, laut rufen sollte. Unverständlicher Weise hatten sie aber nicht abgesprochen, wo sie sich bei erfolgloser Suche wieder treffen. So kam es, dass Danny sich nun allein in die Wildnis aufmachte – und sich heillos verlief! Auf sein Rufen erfolgte keine Antwort, zu weit waren alle auseinander gestrebt. Danny wurde ziemlich mulmig zumute und beschloss, um bessere Übersicht zu bekommen, sich zu einen in der Ferne gelegenen Hügel durchzuschlagen. Auf dem Weg dahin, stieß er wieder auf eine Schlangenspur. Und da er die Strapazen nicht umsonst gemacht haben wollte, folgte er ihr hinein ins Dickicht. Da, auf einmal, nur wenige Meter entfernt sah er sie. Unser Abenteurer zückte seine kleine, hochwertige JVC Kamera und begann zu filmen. Normalerweise sind die meisten Schlangen sehr scheu und verkrümeln sich wenn sie auf Menschen treffen, diese jedoch war äußerst angrifflustig und bewegte sich auf Danny zu. Er meinte, dass er voll im Filmrausch war und die Gefährlichkeit der Situation nicht erkannte. Als dann noch ein Zweig unter seinen Füßen krachte, bäumte die Schlange, die er auf gut zwei Meter Länge schätzte, sich auf und spie ihm aus der Entfernung ins Gesicht, er war an eine Speikobra geraten! Seine Haut fing sofort höllisch an zu brennen. Nur dem Umstand, dass das eine Auge durch die Kamera verdeckt war und er das andere geschlossen hielt, hatte er zu verdanken, dass er sein Augenlicht nicht verlor. Mit verätzter Gesichtshaut und unter qualvollen Schmerzen kämpfte er sich weiter in Richtung des Hügels. Doch dieser wollte einfach nicht näher kommen, außerdem fing es auch langsam an dunkel zu werden. Zu allem Überfluss kam noch ein Sturz, bei dem er so unglücklich auf sein Handgelenk fiel, dass er es kaum noch bewegen konnte. Bald machte er sich keine Hoffnung mehr den Hügel bei Tageslicht erreichen zu können. Seine Verzweiflung wuchs, und er fragte sich, ob der Film in seiner Kamera wohl jemals gesendet werden würde! Doch kurz bevor die Nacht anbrach, traf er auf eine kleine Lichtung mit einigen Hütten. Er hatte Glück, dass diese bewohnt waren und ihm geholfen werden konnte. Die Einheimischen wussten wie mit solchen Schlangenattacken umzugehen war und linderten bald seine Schmerzen.

Und nun kommt das tolle an der Geschichte: Eine seiner Pflegerinnen, namens Sumalee, was soviel wie Blume bedeutet, nahm sich besonders viel Zeit um sich um Danny zu kümmern und wich fortan nicht mehr von seiner Seite. Die beiden verliebten sich ineinander und zogen gemeinsam von dannen um den Rest ihres Lebens zusammen zu verbringen.

Das klappte zwar dann doch nicht, aber das ist eine andere Geschichte, wie Danny meinte, und außerdem sei es auch schon viel zu spät, denn schließlich wollen wir morgen Früh nach Saaba aufbrechen. Nur soviel sei noch gesagt, der Film den er von der Schlange machte, wurde ein Riesenerfolg, denn niemals vorher gelang es jemanden eine Speikobra auf diese eindrucksvolle Weise zu filmen!

Eine ungewöhnliche Begegnung

Heute widerfuhr uns eine sehr ungewöhnliche Begegnung. Schon bei den ersten beiden Tauchgängen, die wir in einer Gruppe mit vier anderen Reisenden machten, stellten wir fest, dass kaum Fische zu sehen waren. Wir waren sehr enttäuscht, da hatten wir mehr erwartet. Mehr erwartet hatte auch Danny, der, wie er uns bei einem Drink an einer Strandbar erzählte, extra aus Kanada hier her gereist war, um die Caretta carreta zu filmen. Der Typ ist durch eine Erbschaft stinkreich geworden und versucht sich, damit es ihm nicht langweilig wird, seit ein paar Jahren als Produzent von Naturdokumentationen. Wir verbrachten mit ihm einen recht kurzweiligen Nachmittag, bei dem er uns ein paar spannende Geschichten erzählte, die er bei seinen Exkursionen zu seltenen Tierarten erlebte. Ich war erst ein wenig skeptisch, ob dieser smarte Kanadier nicht vielleicht ein Hochstapler war, der uns einen Bären aufbindet.

Unter dem Vorwand, mir neues Sonnenschutzmittel besorgen zu müssen, bin ich kurz in ein Internetcafe gegangen und habe seinen Namen gegoogelt. Und richtig, da wurde er mit Bild und Lebenslauf als einer in Nordamerika bekannter Naturfilmer aufgeführt.

Als ich zurück kam, sah ich ihn schon von weiten im intensiven Gespräch mit Lea. Da ich meine Liebste sehr gut kenne, weiß ich auch, dass dieser Danny zu der Sorte Männer gehört die sie interessieren. Je näher ich an die Bar wieder herankam, desto deutlicher war für mich Leas Flirtlächeln zu sehen. Zum Glück, brauche ich mir darüber keine Gedanken machen, in ähnlichen Situationen konnte ich mir ihrer Liebe letztendlich immer sicher sein. Ich finde ich es sehr reizvoll, wenn andere Männer sich für sie interessieren, auch als Bestätigung, mit was für einer tollen Frau ich doch zusammen bin.

Blöderweise hatte ich vergessen mir alibimäßig ein Sonnenschutzmittel zu besorgen. So musste ich vorgeben, dass ich es wohl an der Kasse liegen gelassen habe. Also bin ich wieder los. Doch als ich dann zurück kam waren die beiden nicht mehr zu sehen! Oha, das kannte ich nun nicht. Ich fühlte mich ein bisschen wie ein begossener Pudel, mit dem überflüssigen Sonnengel in der Hand. Auch als ich die nähere Umgebung abgesuchte, war von Lea und dem Typen weit und breit nichts zu sehen. Nun schlug mein Herz doch etwas schneller. Verdammt noch mal, wo waren die beiden denn abgeblieben!?

Dann hörte ich auf einmal in der Ferne Lea rufen, „Huhu Fiiinn, hier sind wir“. Ich blickte zum Wasser und sah sie und Danny ziemlich weit draußen, in der Nähe einer Boje, mir freudig zuwinken. Erleichtert aber auch angesäuert winkte ich zurück. Ich dachte laut: „Na habt ihr Spaß? Ich nicht!“

Wie sich herausstellte hatten die beiden gewettet, wer als erster bei der Boje ist. Für Lea, die früher ausgiebig Schwimmsport betrieben hatte, war es keine Kunst diese Wette zu gewinnen. Was sie dadurch allerdings gewonnen hatte, war unfassbar! Danny hatte für diesen Fall versprochen, uns am Sonntag  mit seinem Privatjet mitzunehmen, zu seinen nächsten Filmaufnahmen, nach Saba, einer Antilleninsel und Tauchparadies in der Karibik!

Erste griechische Impressionen

Bevor gestern Abend unser Flug nach Zakynthos in Griechenland abhob, haben wir noch dem KDW einen Besuch abgestattet. Die Auswahl dieses Kaufhauses ist absolut beeindruckend, aber was mir gar nicht gefallen hat, war die schlechte Luft in dem Haus. Trotzdem bin ich nicht umhin gekommen, mich in der Abteilung mit den vielen Damentaschen, länger aufzuhalten. Finn war nach einiger Zeit etwas genervt, was ich eigentlich auch verstehen kann, weil ich mich wieder einmal so schlecht entscheiden konnte. Während er schnell einen neuen Rucksack für die Wanderung fand, die wir uns für Griechenland vorgenommen haben, brauchte ich mindestens noch zwanzig Minuten, bis ich mich für eine schöne und vor allem geräumige Handtasche für meinen ganzen Krimskrams entschieden hatte.

Eigentlich bin ich ja nicht so für Pauschalreisen, aber dieses Lastminute Angebot für einen einwöchigen Tauchurlaub inklusive Wandern konnten wir uns einfach nicht entgehen lassen. Und da ich in meiner Jugend schon einige Male griechischen Inseln einen Besuch abgestattet habe, schien Zakynthos genau das Richtige zu sein. Eigentlich wollte ich uns eine Ferienwohnung mieten. Finn bestand jedoch darauf mit einer kostengünstigeren Pension vorlieb zu nehmen, da wir ja die meiste Zeit eh unterwegs sein würden. Zudem seien die Ferienwohnungen auf Zakynthos extrem überteuert, meinte er.

Als ich heute Morgen in unserer Pension aufwachte, meinte Finn zu mir, dass es regnen würde. Und richtig, am Fenster hörte es sich nach einem kräftigen Platzregen an! So dachte ich jedenfalls, doch wie sich schnell herausstellte, war es dann nur eine falsch platzierte Rasensprenkleranlage die auf unser Fenster ausgerichtet war.

Unseren ersten Ausflug machten wir, nach einem ziemlich kargen Frühstück, zur Westküste der Insel. Der Blick der uns hier auf das weite Meer, auf die Berge und Felsen erwartete war einfach umwerfend. Ich bin immer sehr berührt von so viel eindrucksvoller Natur. Hand in Hand standen Finn und ich auf einem Aussichtpunkt und genossen die Weitsicht

Die Mittagszeit, die doch sehr heiß war, verbrachten wir im Bett. Weil uns von der Reise noch ein wenig die Müdigkeit in den Knochen steckte, war Ausruhen angesagt. Aber Finn wollte dann doch lieber was anderes, und ich eigentlich auch. So war der Schlaf danach zwar kürzer, dafür aber um so schöner.

Da der erste Tauchausflug erst morgen beginnt, hatten wir heute Zeit uns den Strand anzuschauen, an dem die vom Aussterben bedrohte Meeresschildkröte Caretta caretta ihre Eier ablegt. Hier ist einer der wenigen Orte Europas, an denen man diese seltenen Tiere in freier Natur noch bewundern kann.  Aus 1000 am Strand abgelegten Eiern, schlüpfen nur ein bis zwei Schildkröten, die sich unmittelbar danach auf dem Weg zum Meer machen. Mich erinnerten diese herrlichen Geschöpfe, mit ihrer gemächlichen und eindrucksvollen Art, an Lisa, meine Schildkröte aus Kindertagen, die traurigerweise von Vaters Auto überrollt wurde. Vielleicht sollte ich mir wieder eine anschaffen?