Dannys reizvoller Vorschlag

Heute erkundeten Lea und ich, zusammen mit Blanche und Danny, das Gebiet um den „höchsten Berg Hollands“. Der Mount Scenery, auf diesem zu den Niederländischen Antillen zählenden Eiland, ist ca. 88o Meter hoch und von einem fast unberührten Regenwald umgeben. Wir bestaunten  Baumfarne, Bananenbäume , riesige „Elefantenohren“ und die Blütenpracht von Hibiskus, Oleander und Orchideen. Erstaunlicher Weise sind die Wege, die durch diese berauschende Fülle führen, so gut begehbar dass Danny seine Machete im Hotel lassen konnte. Blanche wies uns auf einige bunte Vögel hin, die in diesem grünem Gewirr leben. Auch meinte sie, dass es hier auf Saba keinerlei gefährliche Tiere geben würden. Einzigartig fand ich, der noch nie vorher in einem Urwald gewesen war, die vielen verschiedenen Vogelgeräusche, die von allen Seiten zu kommen schienen. Unser Weg führte uns immer höher und hin wieder konnten wir zwischen dem Dickicht einen Blick auf die gar nicht so weit entfernte Küste erheischen.

Auf unserem Rückweg kamen wir an einer alten Schwefelmine vorbei. Danny erzählte, dass sich hier, obwohl es verboten ist in die Mine zu gehen, Touristen trotzdem hineingewagt hätten und sich in dem weitläufigen Stollen so verirrten, dass man sie erst Monate später wieder fand! Man mag sich nicht vorstellen, wie es ihnen in den letzten Stunden ihres Leben ergangen sein muss.

Zum Abschluss unserer Tour hielten wir uns noch im ca. 500 Einwohnern zählenden Hauptort von Saba auf, in „The Bottom“. Erstaunlicher Weise gibt es in diesem kleinen Kaff, das mitten in einem ehemaligen Vulkankegel liegt, sogar eine Medizinische Universität, mit Studenten, vor allem aus Nord- und Südamerika, die hier Viren und Bakterien erforschen. Da kann man nur hoffen, dass hier nicht für die bakterielle Kriegsführung geforscht wird! In einer Bar, von der wir einen Blick auf das Meer hatten, genossen wir das einheimische, wirklich gut schmeckende Bier. Während wir so da saßen und plauderten, fiel mir auf, dass die Beziehung zwischen Blanche und Danny intimer ist als ich bisher gedacht hatte, denn hin und wieder tauschten sie kleine Zärtlichkeiten aus. Komisch, dass mir das vorher nicht aufgefallen war. Lea schien sich auch gewundert zu haben und fragte die beiden ganz ungeniert ob sie eine Liebesbeziehung miteinander hätten? Woraufhin Blanche nebulös mit „manchmal“ antwortete. Wir wollten auf das Thema eigentlich gar nicht weiter eingehen, doch dann fing auf einmal Danny an zu fragen, wie es denn um unsere Beziehung stehen würde? Nachdem wir ein bisschen erzählten, ließ er die Katze aus dem Sack und fragte uns mit einem neckischen Grinsen, ob wir nicht mal etwas Abwechslung in unser Liebesleben bringen möchten. Als Lea nachhakte, schlug er vor, dass wir vier uns doch mal zusammen amüsieren könnten. Lea hat sich fast an ihrem Getränk verschluckt, dass Danny so total überraschend und unverblümt einen Partnertausch vorschlug. Ich hingegen war gefasster, vielleicht weil mir als Mann solche Phantasien eher in den Kopf kommen können? Und als ich dann noch sah, dass Blanche mich bei Dannys Vorschlag aufmunternd anlächelte, wurden meine Vorstellungen dazu schnell konkreter. Wir sagten den beiden jedoch, dass wir bislang noch nie Gedanken in diese Richtung gehabt hätten.. Danny merkte, dass Lea und ich Schwierigkeiten mit dem Thema hatten und vertiefte seinen Vorschlag nicht näher, stattdessen sprach er von seinen morgen geplanten Tauchgang zu einem Unterwasseratoll, in dem es noch viele unbekannte Fisch- und Pflanzenarten geben soll.

Den Abend verbrachten Lea und ich allein, weil Danny und seine Crew noch die Filmaufnahmen des morgigen Tages besprechen wollten. Selbstverständlich war unser Hauptgesprächsthema an diesem Abend Dannys Vorschlag. Obwohl wir so eine Frage absolut nicht von ihm erwartet hatten, waren wir nicht empört darüber, sondern fanden sie im Gegenteil sogar ziemlich mutig. Er ist eben ein Mensch der sehr Geradeaus ist. Als ich dann Lea gestand, dass mir selber so etwas auch schon mal in den Sinn gekommen ist, lachte sie nur und meinte „na, da haben wir jetzt noch was gemeinsam“. Woraufhin mir nur ein staunendes „Aha“ über die Lippen gekommen ist. Sie äußerte, dass, wenn eine Beziehung wie die unserige auf so festen Boden steht, dann könnte so ein erotisches Abenteuer durchaus eine Bereicherung sein, zumal Danny und Blanche nicht nur auffallend attraktiv sind, sondern auch sehr korrekt wirken. Theoretisch, so stellte wir fest, könnten wir uns also darauf einlassen, nur wie das dann in der Praxis wäre, verunsicherte uns. Dazu haben wir einfach keine Erfahrung. Aber wer weiß, vielleicht wird sich das hier auf Saba noch ändern.

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