Grusel im Bunker und Hitzekoller

Wie schön, dass Finn auf meinen Wunsch eingegangen ist unseren Kurzurlaub in Berlin zu beginnen. Auch wenn ich schon viele andere interessante Städte gesehen habe, liebe ich diese aufregende Stadt einfach. Nach einem kuscheligen Frühstück im Bett, machten wir uns auf dem Weg in die „Berliner Unterwelt“. Diese Stadt ist nicht nur über Tage eine sehr attraktive Stadt, sondern auch unter Tage sind außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Sie verfügt über ein einzigartiges Labyrinth an unterirdischen Bauwerken. Ein eingetragener Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht diese Sehenswürdigkeiten den Besuchern zugänglich zu machen und verschiedene Touren anzubieten. Es wurde mir schon etwas schwummerig, nachdem wir uns für den  „Classic- Rundgang“ entschieden hatten, um auf diesem Bunker-Rundgang eine bemerkenswerte unterirdische Infrastruktur zu erleben. Als wenn die Zeit hier stehen geblieben wäre. Mir kam die Vorstellung, dass es schrecklich unheimlich sein müsste, hier unten alleine sein zu sein. Nach einiger Zeit merkte ich, dass auch Finn sich etwas unbehaglich fühlte. Ich hatte bei meinen Vorschlag zu dieser Führung gar nicht mehr daran gedacht, dass er Probleme mit engen Räumen hat. Der Ärmste, er hat das hauptsächlich für mich in Kauf genommen! Obwohl dieser Rundgang wirklich spektakulär war, waren wir froh nach ca. 90 Minuten und etwa 1000 Meter unterirdischer Wegstrecke wieder Tageslicht zu sehen.

Dieser Tag war unglaublich warm, auf einem Thermometer lasen wir, 38 Grad im Schatten! Ich bekam total Appetit auf ein leckeres Eis. Wir liehen uns Fahrräder aus und fanden bald einen original italienischen Eissalon. Hier saßen wir in gekühlten Räumen und schauten durch das riesige Fenster hinaus auf das Treiben der Straße. Bei einer köstlichen Cassata, einer Eisbombe die aus Himbeer-, Vanille-, und Schokoladeneis mit kandierten Früchten besteht, verbrachten wir die heiße Mittagszeit.

Viel wollten wir heute nicht mehr unternehmen, uns war einfach nur danach ein lauschiges Plätzchen zu finden, wo wir den Nachmittag verbringen konnten. Finn erzählte mir, dass er, als er noch sein Geld mit der Gitarre als Straßenmusiker verdient hatte, einen schönen Platz direkt am Wasser der Havel gefunden hatte. Er sei gar nicht weit von uns entfernt, nur ein paar Straßen weiter. Von wegen! Als wir nach fast einer Stunde, in der glühenden Nachmittagshitze, noch immer nicht den Ort gefunden hatten, fing ich an quengelig zu werden. Sein toller Platz war mir langsam egal. Die Hitze bereitete mir Kopfschmerzen und ich wollte nicht mehr weiter. Er meinte, ich sollte unsere Suche doch als Abenteuer sehen. Pah, auf so eine Art von Abenteuer, bei dem ich ein Hitzschlag bekomme, kann ich verzichten! Zum Glück haben wir dann aber bald Finns Platz aus der Jugendzeit gefunden. Es war wirklich eine sehr schöne Stelle, an die er mich hingeführt hatte. Ganz ungestört konnten wir hier, unter einem schattenspendenden großen Baum liegend,  mit Blick auf das Wasser und die vorbeifahrende Boote, den vielleicht heißesten Tag des Jahres ausklingen lassen. Eigentlich fehlte nur noch seine alte Gitarre, mit der er mir ein zu Herzen gehendes Liebeslied hätte vorspielen können.

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