Süßes Verlangen

Heute Morgen haben wir erst mal ausgiebig gefrühstückt, um uns für die traumhafte Cote d`azur zu stärken. In einer typisch französischen Confisserie deckten wir uns mit Pralinen und Schokolade ein, bevor es an die Cote d`azur ging. Die Confisserie war ein Traum. Süßliche Düfte, die einem wahrlich die Sinne rauben können, machten sich dort breit. Man wurde so praktisch dazu gezwungen, etwas Naschwerk mitzunehmen.

Die Fahrt an die Cote d`azur dauerte etwa 2,5 Stunden. Dort wartete auch gleich die nächste süße Verführung auf Finn und mich. Wir ließen uns in einem Restaurant nieder und aßen zu Mittag. Ich liebe Apfelkuchen und so entschied ich mich für eine Tarte Tatin als Dessert, die jeden Apfelkuchen in den Schatten stellt. Bei einem Tarte Tatin handelt es sich um einen französischen Apfelkuchen mit Karamell. Eine Tarte Tatin ist eine Monsterkalorienbombe. Das Hüftgold, das dadurch entsteht, kann man aber bei diesem einzigartigen Genuss verschmerzen. An der Cote d`azur machten wir einen langen Strandspaziergang. Es war total romantisch, Arm in Arm mit Finn in Erinnerungen an die letzten beiden Wochen zu schwelgen.

Auf dem Rückweg nach Paris machten wir Zwischenstation in Tarascon. Finn wollte unbedingt noch eine Weinprobe erleben. Er meinte, das würde einfach dazu gehören, wo wir schon mal in Südfrankreich seien. In einem Touristenbüro informierte man uns über einen Weinkeller, der sich direkt am Fuße der hoch über der Rhône liegenden Burg von Tarascon befand. Es war dann ein ’98 Châteauneuf-du-Pape der uns so vorzüglich mundete, dass wir uns eine Holzkiste mit sechs Flaschen von diesem herrlichen Rotwein nach Hause schicken ließen. Der Maître des Vin erzählte uns, dass der Wein seine außergewöhnliche Qualität dem Kieselsteinboden verdankt, auf dem er gedeiht. Die Kieselsteine speichern die Wärme der Sonne, um sie nachts an die Trauben abzugeben. Leicht beduselt von dem köstlichen Tropfen, machten wir uns auf dem Weg zur Bahnstation, wo wir noch einen kleinen Imbiss zu uns nahmen, um bald darauf den Zug in die französische Metropole zu besteigen. Etwas wehmütig dachten wir während der Fahrt daran, dass es leider übermorgen schon wieder in Richtung Heimat geht.

Gegen Abend machten wir uns wieder auf zurück ins Hotel. Zuhause haben wir nur eine Dusche, also verzogen Finn und ich uns noch einmal in die traumhafte Badewanne, bevor wir ins Bett gingen. Die Köstlichkeiten aus der Confisserie von heute Morgen nahmen wir mit. Die Pralinen musste ich mit ihm teilen, obwohl ich mich wehrte. Dafür entlohnte Finn mich mit unzähligen Küssen auf all die Stellen, an denen ich es so gerne mag . Noch ein letztes Mal sollten sich unsere Lippen in diesem King-Size-Bett berühren und sich unsere Körper vereinen, bevor wir das Licht ausschalteten.

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